„Bertelsmann-Stiftung: Personalausstattung an Hamburger Ganztagsschulen mangelhaft!“

  • Gestern veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung untersucht Bedingungen der gebundenen Ganztagsschulen im Bundesgebiet
  • Ergebnis: Personalausstattung besonders an weiterführenden Ganztagsschulen in Hamburg ist zu gering
  • Ausstattung Hamburger Ganztagsschulen deutlich schlechter als im armen Berlin
  • Im Bundesvergleich schneidet Hamburg nur unterdurchschnittlich ab

Hamburg, 29.04.2016: „Wir sehen uns durch die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie in unseren Forderungen bestätigt. Schon lange fordern wir vom Senat einen verbesserten Erzieher-Kind Schlüssel, der nur durch eine deutliche Aufstockung des Personals zu erreichen ist.“, so Christina Dwenger, Initiatorin von Guter Ganztag. „Das Sparen des Senators auf Kosten der Kinderrechte muss endlich aufhören. Wenn sich eine Person um zu viele Kinder kümmern muss, kann diese den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werden.“, sagt Dwenger.

Guter Ganztag kritisiert die Spar-Wut des Senats in der Schulpolitik schon länger, auch weil diese an vielen Stellen Schäden verursacht. So wurde erst vor kurzem die geplante Abmietung von Schulraum  an 14 Schulen im Stadtgebiet bekannt. Da für das Gelingen von Ganztag und Inklusion aber mehr und nicht weniger Flächen benötigt werden, stößt dieses Vorgehen bei Eltern, Erziehern und Guter Ganztag auf harsche Kritik.

„Aufgrund der soziodemografischen Situation können wir uns nur mit Berlin vergleichen. Und die arme Hauptstadt stattet ihre Ganztagsschulen erheblich besser aus als das vergleichsweise reiche Hamburg. Das ist wortwörtlich ein Armutszeugnis für den rot-grünen Senat. Aber selbst im Bundesvergleich ist die Personalausstattung in Hamburg nur unterdurchschnittlich“ sagt Gerd Kotoll von der Volksinitiative abschließend und fordert von Senator Rabe ein sofortiges Gegensteuern.

Hintergrund: Mit der Abschaffung der beliebten Horte ging eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erziehern einher. Die Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 15 bis 20 Arbeitsstunden wird dem tatsächlichen Betreuungs- und Förderbedarf nicht gerecht. Guter Ganztag fordert, dass in allen Standorten eine Besetzung im Vor- und Nachmittag mit Erziehern und Sonderpädagogen, auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf, gewährleistet wird. Außerdem sollen Betreuer mehr Vollzeitverträge erhalten. Gleichzeitig wurde mit Einführung der Ganztagsschule der Flächenschlüssel pro Kind reduziert – und nicht wie zu erwarten erhöht.

Die Volksinitiative „Guter Ganztag“ hat 15.000 Unterschriften abgegeben und steht bei unverändert zähen Verhandlungen mit dem Senat kurz vor dem Start eines Volksbegehrens. Sie wird dabei von einer sehr breiten politischen und gesellschaftlichen Koalition unterstützt.

Ganzheitliche Bildung von Kindern bedarf einer hohen Qualität und einer guten Finanzierung. Denn jede Schule, an der sich Kinder von morgens bis abends aufhalten, muss auch dafür ausgestattet sein. Für das Hamburger Ganztagsangebot fordert Guter Ganztag deshalb:

  • mehr und geeignetere Räume
  • mehr Personal
  • frisches Essen
  • Kooperation auf Augenhöhe

Pressekontakt:
Volksinitiative „Guter Ganztag“
Christina Dwenger
Tel.: 0179-399 99 33
kontakt@guter-ganztag.de

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