Scheitern der G9-Initiative ist kein Freibrief für den Senator – Endlich Hausaufgaben machen!

„Die Selbstgefälligkeit, mit der Senator Rabe auf das Scheitern der G9-Volksinitiative reagiert hat, ist erschreckend. Dass die Nachricht über den Misserfolg der G9-Initiative Erleichterung auslösen würde, war zwar zu erwarten. Dass der größte Stoßseufzer ausgerechnet aus der Schulbehörde kommt, muss bei näherer Betrachtung aber überraschen!“, so Gerd Kotoll von der Volksinitiative Guter Ganztag.

Politik und Behörde seien gut beraten, sich mit den Inhalten der Forderungen der G9-Initiative auseinander zu setzen und sich nicht zurück zu lehnen. Neben der inhaltlichen und qualitativen Verbesserung des Unterrichts am Vormittag sind insbesondere auch am Nachmittag, also in der Ganztagsbetreuung, noch viele Hausaufgaben seitens der Behörde zu machen, d.h. bessere personelle Ausstattung, mehr Räume (vor allem Toberaum und Ruheraum), gute Essensqualität an allen Standorten und ein gesunder Nachmittagssnack.

„Weder ist die Kantinensituation an den meisten Standorten zufriedenstellend noch die Raumsituation insgesamt. Das Gleiche gilt für die Betreuungsschlüssel und die Inklusion am Nachmittag. Denn bislang sind nur die Kinder, die inklusiv beschult werden, in GBS angekommen – die konzeptionelle Umsetzung jedoch nicht!“, betont Christina Dwenger von der Volksinitiative Guter Ganztag. Vielmehr würden Schulen, Träger und Einrichtungen damit allein gelassen. So aber hängt das Gelingen von den handelnden Personen vor Ort ab.

Klar ist auch: Entgegen der wiederholten Behauptung der Behördenleitung handelt es sich eben nicht mehr um Anfangsschwierigkeiten – erst Recht nicht am Ende einer Legislaturperiode mit absoluter Mehrheit.

Wer den Schulfrieden wirklich wahren will und sich für qualitativ hochwertigen Unterreicht ausspricht, der muss für ein anregendes Umfeld an den Schulen sorgen, das zum Lernerfolg der Kinder wirklich beiträgt. „Damit wird auch die argumentative Beliebigkeit des Senators deutlich: bei Themen, die schwierig sind und Arbeit für die Behörde bedeuten, wird gern auf die selbstverwaltete Schule verwiesen und Verantwortung delegiert. Gleichzeitig glaubt der Senator aber, dass zentrale Hausaufgabenvorgaben ein richtungsweisendes Instrument der Hamburger Schulpolitik sind. Damit spricht er aber jedem Lehrer die Kompetenz ab, selbständig über die Vergabe von Hausaufgaben zu befinden. Es wird Zeit, dass der Senator endlich mal selbst seine Hausaufgaben macht!“, stellt Kotoll abschließend fest.
Kontakt

Gerd Kotoll 
kontakt@guter-ganztag.de

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