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Beitrag über Guter Ganztag für Hamburgs Kinder bei NOA4.

GANZTAGSSCHULE HAMBURG: HINTERGRÜNDE DER VOLKSINITIATIVE

Gesamtgesellschaftlich klagen wir zunehmend über mangelnde körperliche Beweglichkeit, Übergewicht, psychische Probleme und schlechte Ernährung bei Kindern. Gleichzeitig hat Hamburg flächendeckend Ganztagsschulen eingerichtet, in denen Kinder häufig ganztags in ihrem Klassenraum untergebracht sind, mit stundenlang warmgehaltenem Kantinenessen versorgt werden und denen persönliche Ansprache oder individuelle Angebote durch eine ausreichende Anzahl von betreuenden Erziehern fehlen.

Die Folgen für die Entwicklung der Kinder sind dramatisch, die gesellschaftlichen Folgen noch gar nicht absehbar. Daher richten sich unsere Forderungen gegen die aktuelle Sparpraxis im Hamburger Ganztag bei Räumen, Erzieherschlüssel, Kooperation, Ernährung und Ausstattung für Förderbedarf. Diese vernachlässigt das Kindeswohl!

Mehr Bildung für mehr Kinder kostet mehr Geld aus dem allgemeinen Haushalt. Wer hier spart, erhöht Folgekosten für Gesundheit und Arbeitsmarkt, nicht nur in Bezug auf die Kinder, auch bezüglich der Beschäftigten im System.

Kinder haben ein Recht auf kindgerechte Rahmenbedingungen. Unsere Kinder sind unsere Zukunft – Investitionen in ihre Bedürfnisse sind Investitionen in die Zukunft Hamburgs!

Ganztagsschule Hamburg: Wenn Hamburg einen Ganztag an Schulen für seine Kinder will, dann muss es ein GUTER Ganztag sein!

 

Volksinitiative GUTER GANZTAG

Die Initiative besteht aus Eltern, Erziehern und engagierten Hamburger Bürgern. Zum Teil kämpfen wir seit 2009 für eine höhere Qualität der Ganztagsbetreuung. Denn damals wurden die bereitgestellten Mittel pro Kind, und mit ihnen die Betreuungsstandards in Hamburg, noch einmal erheblich verschlechtert. Die großen Schwierigkeiten an den vielen Ganztags-Standorten sind vor allem eine Folge konzeptioneller Mängel. Sie sind nicht Einzelfälle, wie der Senator so gerne erzählt, sondern ergeben sich unmittelbar aus den herabgesetzten Betreuungsstandards und strukturellen Unzulänglichkeiten.

Wir fordern deshalb spürbare qualitative Korrekturen der Rahmenbedingungen für alle Ganztags-Standorte. Jede Schule, an der sich Kinder von morgens bis abends aufhalten, muss auch dafür ausgestattet sein. Dafür kämpfen wir. Notfalls bis zum Volksentscheid. Wir dürfen nie vergessen: Hamburgs Kinder sind Hamburgs Zukunft.

Vom „Bündnis für Hortreform“ zum „Guten Ganztag für Hamburgs Kinder“

Seit Mai 2009 gibt es die „Hortreform“. Schwarz-grün begann die Horte abzuschaffen, zugunsten einer Nachmittagsbetreuung an den Schulen – die „Hortreform“ lief parallel zur damaligen gescheiterten „Schulreform“.

Die Idee, mehr Kindern eine Nachmittagsbetreuung zu ermöglichen, ist dem Grunde nach eine gute, ebenso wie die Nutzung der Schulräume am Nachmittag und die Kooperation von Schule und Jugendhilfeträgern (Kitas und Sportvereine).

Die Hortreform bedeutete aber auch eine Verschlechterung der Betreuungsschlüssel, denn die Hortreform sollte kostenneutral sein. Das gleiche Geld für die Betreuung von mehr als doppelt so vielen Kindern führte zwangsläufig zu einer Verringerung der Qualität.

Durch die Verlagerung der Betreuung an die Schule wurden die Angebote der freien Jugendhilfeträgern (Bauspielplätze, Häuser der Jugend etc.) kaum noch genutzt, da Geld eingespart werden musste.

In der Praxis zeigt sich bereits, dass die Kooperation von Schule und Jugendhilfeträgern nicht überall klappt. Zudem gingen die Ansätze der Hortpädagogik verloren.

Mehr zum „Hamburger Bündis für Hortbetreuung“ lesen Sie hier (link: http://hortbetreuung-hamburg.de/).

Masse statt Klasse

Statt die Einführung zunächst bei Modellschulen zu belassen und sorgsam zu evaluieren, ging das Projekt rasch in die Breite. Auch beim neuen SPD-Senat hieß es auf einmal „Masse statt Klasse“.

  • Die bewährten Qualitätsstandards für die Betreuung wurden einfach herabgesetzt.
  • Es gab keine pädagogischen Konzepte für das neue System.
  • Auch für neue Räume oder notwendige pädagogische Umbaumaßnahmen fehlte das Geld.

Strukturelle Probleme

Seit 2009 ist viel Zeit vergangen, viele Chancen für Verbesserung sind nicht genutzt worden. Wenn Senator Rabe erklärt, er wolle eine Qualitätsoffensive starten, hören wir das gern – allein uns fehlt der Glaube. Das wird dadurch verstärkt, dass Senator Rabe immer noch von „Anlaufschwierigkeiten“ spricht. Aus Sicht der Initiative „Guter Ganztag für Hamburgs Kinder“, vieler Eltern, Erzieher und Lehrer (siehe auch Elternkammer, LEA, GEW) handelt es sich um strukturelle Probleme, die nur mit umfangreichen Änderungen am System Ganztagsschule bekämpft werden können.

Wann sollen diese Verbesserungen für GBS- und GTS-Schulen kommen? Fast sechs Jahre sind bereits seit Beginn der Hortreform verstrichen.

So kann und so darf es nicht weitergehen!