Hamburger Bildungsreport zeigt, Inklusion am Nachmittag endlich richtig machen

Am Dienstag stellte Schulsenator Ties Rabe den Hamburger Bildungsbericht vor. Einmal mehr zeigte sich, dass es bei der Inklusion am Nachmittag nach wie vor klemmt.

Der Hamburger Bildungsbericht macht es deutlich: In Wohngebieten mit einem niedrigen oder sehr niedrigen sozialen Status ist der Anteil von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache oder emotionale Entwicklung doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Wohngebiete. Gleichzeitig verbringen die Kinder immer mehr Zeit in der Schule. Die Zahl der Grundschulkinder, die nachmittags eine Ganztagsschule besuchen, hat sich deutlich erhöht.

Daraus könnte man nun den logischen Schluss ziehen, dass Inklusion auch am Nachmittag angekommen ist. Doch die Realität sieht anders aus. Es fehlt an geschultem Personal. Die finanziellen Mittel für Inklusion am Nachmittag sind zu gering. Es mangelt an Konzepten. Die räumliche Ausstattung an den meisten Schulen ist für eine inklusive Betreuung am Nachmittag nicht geeignet.

„Von der Schulbehörde erwarten wir, dass sie aus ihrem eigenen Bericht endlich die richtigen Schlussfolgerungen zieht.“ erklärt Michael Kahnt von der Volksinitiative GUTER GANZTAG. „Wer wirklich allen Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen geben will, der muss auch die Inklusion am Nachmittag richtig machen. Ganz besonders, da der Senat seine Ganztagsoffensive immer auch damit begründet hat, die sozial schwachen Schüler fördern zu wollen, damit der Bildungserfolg eines Kindes eben nicht mehr von der sozialen Lage des Elternhauses abhängt.“

Kontakt

Michael Kahnt 
kontakt@guter-ganztag.de

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