Kein Platz auf dem Schulhof – Wohin mit den Kindern?

Als es im August diesen Jahres eine heftige Diskussion gab, dass gemäß geltender technischer Richtlinie jedem Schulkind ein Minimalwert von mindestens 5 m² nutzbare Außenfläche zusteht, reagierte der Schulsenator prompt und erklärte in der Bürgerschaft „Das ist dummes Zeug. Wenn es so eine Richtlinie geben sollte, werden wir sie ändern. Kinder brauchen viel Platz.“ Jetzt gibt es neue Pläne.

„Shared Space“-Konzept und Community-School-Prinzip heißen die neuen Zauberwörter. Der Senat erklärt in seiner Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage: „Prinzipiell verfügen Schulen stets über eine ausreichend große Grundstücksfläche, die einen angemessen großen Schulhof ermöglicht. In hochverdichteten Stadtteilen oder aufgrund eng begrenzter Schulgrundstücke stellt das „Shared Space“-Konzept eine Möglichkeit dar, um Schülerinnen und Schülern ausreichend Schulhoffläche zu ermöglichen und unangemessen lange Schulwege zu vermeiden.“

Hier zeigt sich einmal mehr, wie planlos die Schulbehörde ist. Während auf der einen Seite mit teilweise fraglichen Konzepten der Mangel an Flächen ausgeglichen werden soll, werden auf der anderen Seite Planungen vorangetrieben, Schulhöfe zu verkleinern und Schulflächen zu verkaufen. Sollten diese Pläne umgesetzt werden, wird es ganz besonders die Kinder in der Nachmittagsbetreuung treffen, erklärt Michael Kahnt von der Volksinitiative Guter Ganztag. „Gerade am Nachmittag brauchen die Kinder Flächen zum Spielen, Toben und Entdecken. Die Verkleinerung von Schulhöfen wäre mit großen Einschränkungen für die Kinder verbunden.“

Sämtliche Pläne Schulhöfe zu verkleinern und für eine Wohnbebauung zu erschließen, müssen gestoppt werden. 75 Prozent aller Kinder nehmen am Ganztag teil. Und der Anteil wird weiter steigen. Und dann werden die verkleinerten Flächen nicht mehr ausreichen.

Viel wichtiger ist es die Planungen zur Verbesserung der Raumsituation an den Standorten schnell voranzubringen und konkret zu machen. Es braucht überall mehr Räume, um den Kindern am Nachmittag entsprechend ihrer Wünsche und Bedürfnisse Angebote zu machen und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Dazu bedarf es kindgerecht eingerichteter Themenräume und Multifunktionsräume. Kinder sind individuell und brauchen individuelle Lösungen und keine festen Maßstäbe. „Kinder brauchen Platz. Das hat der Senator selber gesagt.“, betont Michael Kahnt abschließend.

Darüber hinaus gilt es die personelle Ausstattung in der Nachmittagsbetreuung deutlich zu verbessern und für eine gute Essensqualität an allen Standorten verbunden mit einem gesunden Nachmittagssnack zu sorgen.

Guten Ganztag kann man nicht berechnen. Maßstäbe, Zahlen und Taschenrechner helfen da nicht. Guten Ganztag muss man bedarfsgerecht gestalten, so dass alle damit zufrieden sind.
Kontakt

Michael Kahnt 
kontakt@guter-ganztag.de

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.