Kündigungen im Ganztag an Schulen -Hunderte von Kindern verlieren ihre Bezugspersonen zum Schuljahreswechsel

Auf wiederholte Nachfrage der Fraktion DIE LINKE bestätigte die Schulbehörde nun, was schon länger bekannt war: An 12 Standorten, sowohl im GBS- als auch im GTS-Modell, liegen derzeit Kündigungen vor (Drs. 21/3747). Als Gründe werden darin u.a. „Personalsituation des Trägers“, „finanzielle Ausstattung“ oder „Wunsch nach mehr Stabilität“ genannt.

Christina Dwenger von der Volksinitiative Guter Ganztag zeigt sich wenig überrascht: „ Die genannten Gründe der Kündigungen haben eine gemeinsame Ursache. Alle Standorte kämpfen mit den gleichen mangelhaften Rahmenbedingungen. Wenn Senator Ties Rabe für eine flächendeckend qualitativ gute Ganztagsbetreuung an Schulen sorgen will, muss er die finanzielle Ausstattung für GBS- und GTS Schulen gleichermaßen verbessern.“

Ideen und praktische Beispiele für erste Verbesserungen im Ganztag haben einige Standorte schon mit eigenen Mitteln gezeigt. Der Paritätische Wohlfahrtsverband stellte vergangene Woche die Ergebnisse seines Pilotprojektes: „Wir gehen aufs Ganze“ vor. Mit einer gemeinsam gestalteten Stunde zwischen Lehrern und Erziehern zeigen sich an den sechs Standorten bereits positive Impulse für eine verbesserte Zusammenarbeit von Schule und Träger.
„Langfristig aber muss dies neben anderen Maßnahmen von der Schulbehörde getragen werden“, fordert Gerd Kotoll von der Volksinitiative.

Seit Beginn der Reform mahnen Elterngremien, Initiativen, Verbände und Gewerkschaften Nachbesserungen an. Daraus ist die Volksinitiative entstanden, die mehr als eine gemeinsame Stunde fordert.

Manja Scheibner erklärt: „Wir fordern, den Ganztag aus Sicht der Kinder zu gestalten. Daher brauchen wir einen besseren Personalschlüssel und höhere Stundenkontingente für mehr Stabilität in den Teams. Die Kündigungsgründe bestätigen dies. Kinder benötigen darüber hinaus ansprechende Räume für ihre Bedürfnisse, die oft nicht vorhanden sind. Das sind häufig konfliktträchtige Themen zwischen Lehrern und Erziehern.“
Christina Dwenger zieht Bilanz: „Für einen guten Ganztag bedarf es umfassender Nachbesserungen. Die zahlreichen Kündigungen bestärken uns ebenfalls in dem Punkt, dass eine Kooperation auf Augenhöhe ein gemeinsames Gremium braucht. Dies wäre das unverzichtbare Herzstück für die Gestaltung eines guten Ganztags individuell an jeder Schule.“

Die Volksinitiative verhandelt derzeit mit den Regierungsfraktionen und wird im Mai das Volksbegehren beantragen. Jeder, der sich engagieren oder informieren möchte, ist am 14. April um 19:00 Uhr zu einem offenen Treffen im Curiohaus bei der GEW eingeladen.

Volksinitiative „Guter Ganztag“
Für Rückfragen: Christina Dwenger
(Tel.: 0179/399 99 33)
kontakt@guter-ganztag.de

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2 Responses

  1. Jenny sagt:

    Hallo
    Euer Engament ist super macht weiter so!!! Es ist wirklich frustrierend wie die Horte einfach abgeschafft werden anstatt die guten KitaG Standarts für alle auszubauen wird in ganz Deutschland die billigvariante Ganztagschule eingeführt. Und man rühmt sich damit Betreuungsplätze für alle anzubieten aber zu was für einen Preis, Verfühgungszeiten werden rutergestrichen, Personalschlüssel gekürtzt, Gruppengrößen erhöht und wer leidet am meisten die kleinen Menschen die heutzutage inkuldiert werden sollen. Ich wünsch Euch noch viel Erfolg

    • GuterGanztag sagt:

      Hallo Jenny, vielen Dank für deinen Zuspruch! Wenn du möchtest, dass wir im Volksbegehren erfolgreich sind, komm zu unserem nächsten großen Treffen am 08. Juni. Wir brauchen deine Unterstützung! Viele Grüße dein Team vom Guten Ganztag

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