„Unterschriften von rot-grün bestätigen die Mängel im Ganztags-Schulbereich!“

„Absichtserklärungen reichen nicht aus, um Zustände zu verbessern!“

Hamburg, 16.04.2015
Mit deutlicher Kritik kommentiert die „Volksinitiative Guter Ganztag für Hamburgs Kinder“ den Koalitionsvertrag von SPD und Grünen in Hamburg, der gestern unterschrieben wurde.

„Dieser Koalitionsvertrag hält schwarz auf weiß fest, dass der Ausbau der Ganztagsschulen in Hamburg bisher Masse statt Klasse bedeutete“, so Manja Scheibner von der Initiative Guter Ganztag, die vor einer Woche offiziell im Rathaus angemeldet wurde. „Viel schlimmer ist aber, dass es keine nennenswerten konkreten Vereinbarungen im Koalitionsvertrag gibt, dass dies künftig anders wird.“

Gleichwohl begrüßt es die Initiative, dass die Koalitionspartner das Ziel haben Vor- und Nachmittagsangebote besser zu verbinden. Dieser Ansatz war schon vor der ersten GBS Begehung im letzten Jahr bekannt, wurde aber dennoch nicht umgesetzt. Auch die von der Behörde versprochene Einbeziehung der Erzieher in den Vormittag verlief bislang im Sande.

Der Koalitionsvertrag bleibe darüber hinaus unverbindlich in Soll-Formulierungen und Konjunktiven. Auch werden keine Zahlen genannt, aus denen sich in den kommenden fünf Jahren Haushaltsansätze ableiten ließen.

„Die Aussagen dieser Koalition zur Ganztagsschule stehen von Beginn an unter einem Finanzierungsvorbehalt“, erläutert Christina Dwenger, ebenfalls Initiatorin der Initiative Guter Ganztag. „Diese Absichtserklärungen reichen aber nicht, wenn man die Zustände an den Schulen verbessern will. Da muss mehr kommen!“

So werde die nach wie vor oft unzureichende Personalausstattung gar nicht erst erwähnt. Die Aufstockung auf 20 Produktionsküchen in fünf Jahren sei ein Tropfen auf den heißen Stein und lasse weiterhin für tausende Kinder in Hamburgs Schulen nur schlechte Mittagsessenbedingungen zu – vom gesunden Snack am Nachmittag gar nicht erst zu reden.

„Die Einrichtung von Qualitätsmanagements kommt viel zu spät!“ beschließt Gerd Kotoll die Kritik der Initiative. Dies zeige viel mehr, dass die vielfältige und immer wieder geäußerte Kritik von Eltern, Trägern und Lehrern in der letzten Legislaturperiode offenbar nicht ernst genommen wurde. Dabei gebe es kein Erkenntnisdefizit, welche Mängel im bestehenden System herrschten. So werde auch das Qualitätsmanagement feststellen, dass zur Behebung der immer noch vorhandenen Qualitätsmängel die Rahmenbedingungen grundsätzlich verändert werden müssten. Diese Veränderungen fordert die Initiative schon lange.

„Hier wurde unnötig viel Zeit zu Lasten einer ganzen Schülergeneration vom Vorgängersenat verschenkt. Und jetzt müssen wir wieder erleben, dass die Interessen der Kinder unserer Stadt nur eine untergeordnete Rolle spielen!“, fasst Kotoll den Frust von Eltern, Erziehern und Lehrern zusammen.

Daher will die „Volksinitiative Guter Ganztag für Hamburgs Kinder“ nun Druck machen, um hier Änderungen herbeizuführen. Im ersten Schritt muss die Initiative dazu die Unterschriften von mindestens 10.000 Wahlberechtigten Hamburgern sammeln.

Unterschriftenlisten und die Forderungen im ganzen Wortlaut finden Sie unter
www.guter-ganztag.de/unterschriften-sammeln.

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2 Responses

  1. Dorothea Greaves sagt:

    Ich unterstütze die Initiative, es kann nicht auf Sparflamme ein neues Konzept angeboten werden.
    Das gibt es nicht zum Nulltarif.
    Bessere Betreuung und bessere Möglichkeiten für die Verpflegung sind notwendig.
    Essen gibt es nicht aluwarm aufgewärmt und fast nur Fastfood.
    D. Greaves

  2. Vielen Dank, Frau Greaves, wir freuen uns über jede Unterstützung. Wenn Sie Unterlagen benötigen oder wir die fertigen Listen abholen sollen, sagen Sie gern Bescheid. Viele Grüße vom Guten Ganztagsteam

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