Verbesserungen im Ganztag? Was passiert wirklich?

Als Schulsenator Ties Rabe am 30. September 2014 seine Zwischenbilanz der Ganztagsangebote vorstellte, musste er bei allem Eigenlob doch zugeben, dass einige Verbesserungsmaßnahmen notwendig sind, um die strukturellen Probleme seiner Reform zu lösen.

„Nach einem Monat wollten wir vom Senator wissen, was diese Maßnahmen konkret beinhalten und von welchen Zeitrahmen die Behörde ausgeht, da sie ja erklärtermaßen bereits mit Schulen und Trägern vereinbart worden seien.“, erklärt Michael Kahnt von der Volksinitiative GUTER GANZTAG.

Doch unsere Nachfrage beim Pressesprecher der Schulbehörde blieb ohne Antwort. Somit gibt sich die Behörde weiterhin blumig bei der Frage, wann die konkret versprochenen Schritte zur Verbesserung der zentralen Probleme im Nachmittag umgesetzt werden.


Im Einzelnen erbaten wir Auskunft zu diesen Punkten:


Regelmäßige Standortbesuche

Sollen zukünftig alle, also neben GBS auch die GTS-Standorte begutachtet werden? Für diese Standorte wäre es wichtig zu wissen, ob die Besuche zeitnah stattfinden oder erst im kommenden Jahr und in welchen Intervallen sie durchgeführt werden.

Sauberkeit

Ein Thema, das von Eltern, Schulen und Trägerverbänden immer wieder angemahnt wurde, ist, dass die Reinigungsfrequenz in den Schulen nicht an die verstärkte Nutzung durch den Ganztag angepasst wurde. Eine weitere Million Euro solle pro Jahr für die zusätzliche Reinigung zur Verfügung gestellt werden, so der Senator. Aber wie viele Mehrstunden sich aus diesen Mitteln für den einzelnen Standort ergeben und ab wann dieses zusätzliche Reinigungsbudget zur Verfügung stehen wird, bleibt Geheimnis der Behörde.

Bessere Räume für den Nachmittag

Ebenfalls offen bleibt, an welchen Standorten zusammen mit Architekten die ange-kündigten Konzepte für mehr Aufenthaltsqualität in den Klassenräumen erarbeitet werden und auch an welchen 30 Grundschulen jetzt Kantinen mit lärmdämmenden Maßnahmen nachgerüstet werden.

Vollzeitverträge für Erzieher

Um das Problem der hohen Fluktuation an Ganztagsschulen im Nachmittagsbereich zu lösen, kündigte Senator Rabe ein Pilotprojekt an, bei dem Schulbehörde und Trägerverbände an einzelnen Schulen Möglichkeiten erproben, wie die beim Träger am Nachmittag beschäftigten Erzieherinnen und Erzieher zusätzlich auch am Vormittag im Rahmen der schulischen Angebote eingesetzt werden können. Welche Pilotschulen das sein werden und welche Träger in diese Erprobung eingebunden sind, darüber schweigt die Behörde.

„Noch viel interessanter wäre es zu wissen, wie die erarbeiteten Konzepte, lärmdämmenden Maßnahmen und gewonnenen Erfahrungen auf alle Ganztagsschulen angewendet werden sollen, um eine nachhaltige Verbesserung für das Angebot an allen Standorten zu erreichen?“ fragt Michael Kahnt abschließend. „Insgesamt hätten wir gern ein gutes Gefühl für die Belastbarkeit der Versprechen aus der Behörde. Und das geht nur, wenn alle Schulen, die tagtäglich mit den Problemen der Ganztagsbetreuung zu kämpfen haben, diese Pilotprojekte aufmerksam verfolgen können und direkt am Gespräch über Erfolg oder Misserfolg einzelner Maßnahmen beteiligt werden. Dafür setzen wir uns ein.“

Für die Kinder bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen schneller umgesetzt werden, als Antwort aus der Schulbehörde kommt, damit endlich deutlich spürbare Verbesserungen im Ganztag erreicht werden.

Kontakt

Michael Kahnt 
kontakt@guter-ganztag.de

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