Volksinitiative „Guter Ganztag“ erfolgreich!

Hamburgs Bürger fordern eindeutig bessere Bedingungen für die ganztägige Bildung und Betreuung an Schulen

Nach sechs Monaten hat die Volksinitiative „Guter Ganztag für Hamburgs Kinder“ am heutigen Dienstag, den
6. Oktober 2015, um 17:30 Uhr im Rathaus die gesammelten Unterschriften an die Senatskanzlei übergeben.
Mit über 14.000 Unterschriften ist das Votum im ersten Teil des Volksabstimmungsverfahren eindeutig:
Hamburgs Bürger wünschen sich dringend bessere Rahmenbedingungen im Bereich der Ganztagsbetreuung an
Schulen. Die Forderungen der Volksinitiative treffen ins Schwarze: Die Raumplanung, der Personalbedarf, die
Mittagessen-Situationen und die Kooperation mit allen Beteiligten müssen eine deutliche Verbesserung erfahren.
„Durch die Abschaffung der Horte wurde den Eltern die freie Wahl genommen, wenn es um die Betreuung der
Kinder am Nachmittag geht.“, sagt Christina Dwenger, Vertrauensperson der Volksinitiative. „Dort aber gab es
mehr Personal und entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten für die Bedürfnisse der Kinder nach einem
anstrengenden Schultag. Der entscheidende Punkt für den Start unserer Volksinitiative war, dass auf anderen
Wegen die Forderungen auf Nachbesserungen in diesen Bereichen erfolglos blieben.“

Manja Scheibner, ebenfalls Vertrauensperson, fügt hinzu: „Wir begrüßen grundsätzlich, dass unsere Kinder auch
von dem pädagogischen Ansatz der offenen und freien Jugendhilfe an Schulen profitieren. Doch um genau
diesen weiter zu entwickeln, braucht es die entsprechenden Ressourcen und Mitbestimmungsrechte. Ein besserer
Personalschlüssel und die Möglichkeit, unterrichtsbegleitender Arbeit für Erzieher bieten attraktivere
Arbeitsbedingungen für gutes Fachpersonal. Nur so können sich langfristige Bindungen in multiprofessionellen
Teams entwickeln, welche die Grundlage guter Ganztagsschulen jeder Form bilden.“

„Immer wieder wurde in den Gesprächen die problematische Essensversorgung an Schulen zum Thema“, sagt
Dwenger rückblickend. „Die Mensen wurden viel zu klein geplant und sehen meist nur eine Aufwärmküche vor.
Es braucht aber frisch vor Ort gekochtes Essen, damit Kinder gesund versorgt werden und ein nachhaltiges
Verhältnis zur Ernährung entwickeln können. In Plastikschalen angeliefertes Essen, das nach kurzem Umweg
über den Teller direkt im Müll landet, ist nicht die Botschaft, die unsere Kindern lernen sollten.“

Werden 10.000 gültige Unterschriften ausgezählt, muss sich die Hamburger Bürgerschaft innerhalb von vier
Monaten mit dem Anliegen der Volksinitiative in einer öffentlichen Sitzung beschäftigen und einen
entsprechenden Beschluss fassen. Sollte dieser nicht dem Anliegen der Initiatoren entsprechen, können diese das
Volksbegehren beantragen.

„Wir werden diese Zeit intensiv nutzen, um alle Kräfte zu bündeln, die sich für die Verbesserung der offenen
und gebundenen Ganztagsschulen in Hamburg einsetzen. Gemeinsam werden wir weitere Schritte planen.“,
erlaubt Manja Scheibner einen Ausblick auf die zukünftige Tätigkeit der Initiative.

„Aber jetzt freuen wir uns erstmal über die mehr als 14.000 Unterschriften und danken allen Unterstützern!“

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